Wie Wölfe den Herdenzusammenhalt beeinflussen

Seit der Rückkehr der Wölfe vor 3 Wochen sind schöne Dinge zu beobachten.
Die Herde ist vollkommen homogen, sie ist sozial hochaktiv. Die Fohlen werden sehr gut beschützt.
Auch die Eselin, die „suora nana“, hilft beim Schutz der Herde und kümmert sich um die Fohlen. Sie ist immer einen Schritt voraus und prüft alles und jeden auf Herz und Nieren, ob er/sie willkommen ist oder nicht.
Unter Tags stehen die Pferde bei der Hitze im Wald und fächeln sich gegenseitig lästige Insekten weg.
Abends kommen sie aus dem Wald und beginnen zu weiden. Immer zusammen, immer im engen Verbund.
Diese Vorgänge sind sehr wichtig für Tiere die später Anschluß suchen müßen (entweder zu einer Herde, oder dem Reiter oder beidem).
Ähnlich wie bei Hundewelpen, die den Körperkontakt früh brauchen, geht es bei Fohlen darum den Schutz und den Zusammenhalt des Sozialverbandes Herde zu spüren und zu erleben.

Bewegungsstudie Fohlen Galopp

Das Erstgeborene auf dem Weg von der Tränke zur Herde

Bewegungsstudie, ein Fohlen steht auf

Das kleine Fohlen zeigt uns wie wir auf allen Vieren am besten aufstehen.

  1. Mai 2020,
    Hier seht ihr eine Bewegungsstudie eines Fohlens, es zeigt uns wunderbar wie ein gesundes Pferd aufsteht wenn es am Boden liegt.
    Es ist eine Studie die uns selbst auch zeigen kann wie wir kraftschonend unsere Hebel und Gewichtsverlagerungen einsetzen können.
    der entscheidende Moment dabei ist im Aufstehen das Gewicht von links nach rechts zu verschieben um mit diesem Schwung, den Teil der Hinterhand hochzuhebeln auf dem das Fohlen lag.
    Das Fohlen beginnt, wie jedes Menschenbaby auch, beim Aufstehen die Beine nach vorne zu schieben um ein Gegenlager zu haben und die Schulter nach oben zu drücken, dann kommt die Seitenverlagerung, mit dessen Schwung die Hinterhand zu bewegen ist.
    DAs Fohlen beginnt mit dem linken Vorderbein nach oben zu drücken und zieht damit das rechte Schulterblatt nach .
    Es winkelt im „nachfassen“ das linke Bein an um noch längeren Hebel zu bekommen, dadurch bekommt es die Hinterhand frei.
    Es ist mehr eine Dreh- als eine Stemmbewegung.
    Dann wird die Schulter nach oben gebracht, eine stabile Stütze gemacht um die Hinterhand unter die Wirbelsäule zu ziehen.
    Perfekt und wunderschön leicht.

die Wilden vom Paganuccio

Tja jetzt werden wir uns mal einarbeiten in den Blog, es geht um eine Herde von 100 frei lebenden Pferden auf dem Monte Paganuccio in den Marken in Mittelitalien.
Der Paganuccio ist ein Nationalpark und der Blog wird unsere Arbeit mit den Pferden in Anwesenheit von Wölfen dokumentieren.

Hier seht ihr Ardito und Barone, die im März begonnen haben die Herde zu trennen und neu aufzuteilen. Ardito ist der zierliche Hengst rechts, der Hengst des letzten Jahres, ein wunderbarer sehr aufmerksamer und hochsozialer Hengst, den wir zurück geholt haben, nachdem die Angriffe der Wölfe auf Fohlen zugenommen hatten und klar wurde, dass Barone der Aufgabe die Herde zu führen nicht alleine gewachsen war.
Zudem kam Peparino dazu, ein großer Muli, der aktiv auf die Wölfe losgeht. Etwas auf das die Genetik der Wölfe nicht vorbereitet ist, 8 von 10 Angriffen werden so im Vorfeld verhindert, zumindest in der ersten Zeit.

Das hier ist Reto, mein Hund, der bei der Arbeit mit den Pferden unverzichtbar ist, sein Umgang mit ihnen ist einzigartig. Er ist ein Altdeutscher Hütehund, ideal als unbestechlicher und unfurchtsamer Partner, bei der sehr gefährlichen Aufgabe.